Herzlich Willkommen und viel Spaß beim Schmökern
Bettina‘s Lese-Ecke
Unbeeindruckt von Regen, Wind und Donner standen die FÜNF auf dem Gipfel des Berges. Schweigend und scheinbar gleichgültig sahen sie zu, wie Flüsse und Seen über die Ufer traten. Selbst als der Sturm mit tiefem Donnergrollen an Stärke zunahm und grelle Blitze die Verwüstung des Landes zu ihren Füßen deutlich machten, zeigten sie keine Regung. Bis hinauf auf den Berg vernahmen die FÜNF den Herzschlag der Menschen. Sie sahen ihre Angst und sie hörten deutlich das Weinen der Kinder, die zit-ternd den Schutz ihrer Eltern suchten. Emotionslos beobachteten sie Väter und Mütter, die verzweifelt versuchten, ihre Familien zu schützen. Für die FÜNF waren es leise und seltene Töne und Unterfangen, die in dieser Welt immer schwächer und leiser wurden und mehr und mehr verloren gingen. Wesentlich lauter und häufiger drang dagegen das Kampfgeschrei aus den Straßen zu ihnen. Sie sahen in den Gesichtern der Menschen unberechenbare Wut, Gier und Missgunst. Das Streben nach Macht und Unsterblichkeit hatte die Menschheit vergiftet. Machthunger und Neid hatten sich einem bösen Ge- schwür gleich in ihren Seelen festgesetzt. Die Folge war Folter, Hass und Unterdrückung. In dieser kran- ken, sterbenden Welt gingen Liebe und Mitgefühl immer mehr verloren. „Warum hat sich die Menschheit derart verändert?“ Malafach, der Engel der Wahrheit, stellte diese Frage, die sich jeder der FÜNF stellte, mit nur gedachten Worten. „Nicht alle Menschen sind böse“, flüsterte Tanael, die Beschützerin der Kinder. „Es gibt so viele un- schuldige Söhne und Töchter.“ Raphael, der Engel der Hoffnung, ging nachdenk-lich in die Hocke. Angestrengt fixierte er einen winzi-gen Punkt in weiter Ferne. Die anderen Engel folgten seinem Blick. Metatron, der Engel der Liebe und der Einigkeit, schüttelte mit dem Kopf.
Sebastian erzählt