Herzlich Willkommen und viel Spaß beim Schmökern
Bettina‘s Lese-Ecke
Mit   der   einsetzenden   Dunkelheit   irrte   sie   zunehmend   orientierungslos   durch   den   Wald.   Ihre   Hände   suchend   von   sich      gestreckt, versuchte   sie   einen   Weg   durch   das   Dickicht   zu   ertasten.   Zweige   peitschten   ihr   erbarmungslos   ins   Gesicht.   Ihre   Haut   war   bereits   an unzähligen   Stellen   aufgerissen   und   brannte   wie   Feuer.   Über   ihr   Gesicht   liefen   kleine   Rinnsale   Blut   und   vermischten   sich   mit   Tränen sowie Erde. Längst   schon   hatte   sie   jegliches   Zeitgefühl   verloren.   Sie   fühlte   sich   müde   und   durstig.   Über   ihr   misshandeltes   linke   Auge   legte   sie wiederholt   schützend   ihre   blutverschmierte   Hand.   Trotzdem   wurde   der   Schmerz   in   Form   von   unzähligen   Nadelstichen   erbarmungslos in   ihr   Gehirn   geleitet.   Sie   achtete   schon   längst   nicht   mehr   auf   das   Blut,   das   aus   den   ständig   von   neuem   aufbrechenden   Wunden   ihres Unterarms   floss.   Der   Schmerz,   den   sie   hierbei   erfuhr,   war   nichts   im   Vergleich   zur   Angst   und   zur   Wut,   die   sie   im   tiefsten   Inneren empfand. Blind hastete sie vorwärts. Ihre   langen   Haare   verfingen   sich   in   Zweige.   Beim   Versuch   ihre   Locken   aus   dem   Geäst   zu   lösen,   liefen   Tränen   der   Verzweiflung   über ihr   zerschundenes   Gesicht.   Nachdem   sie   es   endlich   geschafft   hatte,   sich   aus   der   Umklammerung   der   Bäume   zu   befreien,   stolperte   sie weiter durch die Nacht. Strauchelnd   fiel   sie   über   Wurzeln.   Als   sie   hart   auf   dem   Boden   aufschlug,   schrie   sie   vor   Schmerz   laut   auf.   Erschrocken   drückte   sie   sich tiefer   auf   das   feste   Erdreich,   sodass   sie   fast   mit   dem   Waldboden   verschmolz.   Zitternd   blieb   sie   liegen.   Dabei   lauschte   sie   angestrengt   in die Stille. Kam ihr Peiniger? Hatte er ihren unbedachten Schrei vernommen? Um   ihr   angstvolles   Keuchen   zu   unterdrücken,   hielt   sie   zitternd   den   Atem   an.   Erst   nachdem   sie   sich   vergewissert   hatte,   dass   alles   um sie herum ruhig blieb, wagte sie es, wieder Luft zu holen. „Du bist unvorsichtig“, warnte ihre innere Stimme. „Du musst still sein. Ruhig.“ Der   Schnitt   ihrer   Wunde   oberhalb   des   Knies   war   bei   dem   Sturz   erneut   aufgebrochen.   Sie   fühlte,   wie   sich   der   Stoff   ihrer   zerrissenen Jeans mit ihrem warmen Blut vollsog. „Serafina, steh auf!“, meldete sich ihre innere Stimme eindringlich. Sie hatte keinerlei Kraft mehr, keinen Willen. Alle   Energie,   die   sie   bisher   noch   in   sich   gefühlt   hatte,   schien   zusammen   mit   dem   Lebenssaft,   das   über   ihr   Schienbein   lief,   ihren Körper zu verlassen. Die innere Stimme blieb hartnäckig. Überlaut ertönte sie erneut in ihrem Kopf. „Verdammt!   Steh   auf!   Du   hast   es   soweit   geschafft.   Du   wirst   IHN   nicht   siegen   lassen.   Nicht   über   Dich.   Nicht   jetzt.   Du   wirst   nicht sterben!“
Kommissar Terani ermittelt Der Kommissar und die Hexe Serafina Leseprobe
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Herzlich Willkommen und viel Spaß beim Schmökern
Kommissar Terani ermittelt Der Kommissar und die Hexe Serafina Leseprobe
Mit   der   einsetzenden   Dunkelheit   irrte   sie   zunehmend   orientierungslos   durch   den Wald.   Ihre   Hände   suchend   von   sich      gestreckt,   versuchte   sie   einen   Weg   durch   das Dickicht   zu   ertasten.   Zweige   peitschten   ihr   erbarmungslos   ins   Gesicht.   Ihre   Haut war    bereits    an    unzähligen    Stellen    aufgerissen    und    brannte    wie    Feuer.    Über    ihr Gesicht liefen kleine Rinnsale Blut und vermischten sich mit Tränen sowie Erde. Längst   schon   hatte   sie   jegliches   Zeitgefühl   verloren.   Sie   fühlte   sich   müde   und durstig.    Über    ihr    misshandeltes    linke    Auge    legte    sie    wiederholt    schützend    ihre blutverschmierte    Hand.    Trotzdem    wurde    der    Schmerz    in    Form    von    unzähligen Nadelstichen   erbarmungslos   in   ihr   Gehirn   geleitet.   Sie   achtete   schon   längst   nicht mehr   auf   das   Blut,   das   aus   den   ständig   von   neuem   aufbrechenden   Wunden   ihres Unterarms   floss.   Der   Schmerz,   den   sie   hierbei   erfuhr,   war   nichts   im   Vergleich   zur Angst und zur Wut, die sie im tiefsten Inneren empfand. Blind hastete sie vorwärts. Ihre   langen   Haare   verfingen   sich   in   Zweige.   Beim   Versuch   ihre   Locken   aus   dem Geäst   zu   lösen,   liefen   Tränen   der   Verzweiflung   über   ihr   zerschundenes   Gesicht. Nachdem   sie   es   endlich   geschafft   hatte,   sich   aus   der   Umklammerung   der   Bäume   zu befreien, stolperte sie weiter durch die Nacht. Strauchelnd   fiel   sie   über   Wurzeln.   Als   sie   hart   auf   dem   Boden   aufschlug,   schrie   sie vor   Schmerz   laut   auf.   Erschrocken   drückte   sie   sich   tiefer   auf   das   feste   Erdreich, sodass   sie   fast   mit   dem   Waldboden   verschmolz.   Zitternd   blieb   sie   liegen.   Dabei lauschte sie angestrengt in die Stille. Kam ihr Peiniger? Hatte er ihren unbedachten Schrei vernommen? Um   ihr   angstvolles   Keuchen   zu   unterdrücken,   hielt   sie   zitternd   den   Atem   an.   Erst nachdem   sie   sich   vergewissert   hatte,   dass   alles   um   sie   herum   ruhig   blieb,   wagte   sie es, wieder Luft zu holen. „Du bist unvorsichtig“, warnte ihre innere Stimme. „Du musst still sein. Ruhig.“ Der     Schnitt     ihrer     Wunde     oberhalb     des     Knies     war     bei     dem     Sturz     erneut aufgebrochen.    Sie    fühlte,    wie    sich    der    Stoff    ihrer    zerrissenen    Jeans    mit    ihrem warmen Blut vollsog. „Serafina, steh auf!“, meldete sich ihre innere Stimme eindringlich. Sie hatte keinerlei Kraft mehr, keinen Willen. Alle   Energie,   die   sie   bisher   noch   in   sich   gefühlt   hatte,   schien   zusammen   mit   dem Lebenssaft, das über ihr Schienbein lief, ihren Körper zu verlassen. Die innere Stimme blieb hartnäckig. Überlaut ertönte sie erneut in ihrem Kopf. „Verdammt!    Steh    auf!    Du    hast    es    soweit    geschafft.    Du    wirst    IHN    nicht    siegen lassen. Nicht über Dich. Nicht jetzt. Du wirst nicht sterben!“
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